Das neue MacBook Air 2012 hat technisch zu den MacBook Pros (Retina) weitgehend aufgeschlossen. Mein Vergleich des MacBook Air Thunderbolt mit den Pros aus 2011 sieht jetzt bei weitem nicht mehr so schlecht aus.

Abgestellte Unterschiede

Gigabit-Ethernet

Gibt es jetzt als Thunderbolt-Adapter. Verbleibendes Problem: Das MacBook Air hat nur einen Thunderbolt-Anschluss. Das bedeutet bei Nutzung eines externen Monitors muss es ein Thunderbolt Display sein, damit zusätzlich der Adapter angeschlossen werden kann, oder ein Thunderbolt-Dock, wo der Thunderbolt-Anschluss durchgeschliffen ist.

Auflösung FaceTime Webcam

FaceTime HD mit 720p wird unterstützt.

Lademöglichkeit des iPads am USB-Anschluss

Das iPad benötigt mehr Strom, als ein normaler USB-Anschluss regulär liefern kann. MacBook Pros mit Thunderbolt (2010/2011) können es trotzdem, da Apple dies mit einer Hardware-Erkennung speziell für’s iPad vorgesehen hat. Aber auch nur für dieses. Gleiches gilt jetzt für das Air.

Verbliebene Unterschiede

Digitaler Audio-Anschluss

Der Audio-Anschluss ist nur analog, d.h. bei entsprechender Ausstattung mit einem Surround-Receiver kann man Filme nur in Stereo sehen. Erfahrungsgemäß ist der Sound qualitativ auch etwas schlechter, da der Receiver hochwertigere Komponenten zur Umwandlung des Sounds von digital nach analog als das Notebook hat.

Audio-Eingang

Es gibt keinen Audio-Eingang, wie sie die Pros haben. Zumindest bei USB-Mikros stellt das kein Problem dar, für alles Andere ist ein USB-Adapter nötig.

WLAN-Geschwindigkeit

Das MacBook Air hat “nur” einen 300 Mbit/s WLAN-Chip mit zwei Antennen eingebaut, während die Pros 450 Mbit/s mit Hilfe von drei Antennen erzielen können.

Kensington Lock

Ein Kensington-Lock ist ein Anschluss für ein Stahlkabel zum Sichern des Notebooks an zum Beispiel einen Tischrahmen. Praktisch, da man das Notebook auch mal unbeaufsichtigt in unkontrollierten Umgebungen stehen lassen kann.

Infrarot

Auch wenn es etwas anachronistisch erscheint: Es ist nützlich, wenn man eine Apple-Fernbedienung zum Fernsteuerung von Filmen oder Präsentationen nutzt. Das geht natürlich auch per iPhone, aber die Fernbedienung hat einen taktilen Vorteil: Man braucht nicht auf die Fernbedienung sehen, um sie sicher bedienen zu können und es werden keine “Tasten” unabsichtlich auf dem iPhone-Touchscreen berührt. Besonders bei Präsentationen unschön.

Geschwindigkeit SD-Card Slot

Der SD-Card Slot des MacBook Airs ist per USB 2 mit dem Computer verbunden, während er bei neueren Macs laut Apple per PCIe angeschlossen ist. Letzterer ist um ein vielfaches schneller, während der USB-Anschluss eben nur seine 30-34 MByte/s schafft. So werden manche schnellen SD-Karten ausgebremst.

Nur ein Thunderbolt-Display am MacBook Air

Nur Geräte mit dedizierter Grafik wie iMacs oder MacBook Pros (Retina) 15″/17″ können zwei Thunderbolt Displays über den Thunderbolt-Anschluss ansprechen. Alle anderen nur eins. Eine Ausnahme ist anscheinend das Retina 13″, welches auch zwei ansteuern kann.

MacBook Pro Retina

Mittlerweile gibt es Retina-Geräte, denen auch manche Features gegenüber den Pros fehlen. Allerdings deutlich weniger.

Die Retina-Macs bieten alles, was auch das Air bietet. Zusätzlich gibt es noch:

  • SD-Card per PCIe
  • Optischer Audio-Anschluss
  • WiFi mit 450 Mbit/s
  • deutlich bessere Lautsprecher. Sogar besser als die der Pros.
  • zwei Mikrofone

Zu den Pros fehlt eigentlich nur das Kensington Lock. Andere Anschlüsse wie FireWire, kabelgebundenes Ethernet oder ein optische Laufwerk halte ich für nicht mehr relevant.

Insgesamt sind es sehr interessante Geräte. Viel interessanter als die Pros.

Fazit

Ich besitze im Gegensatz zu letztem Jahr nur noch ein MacBook Air 13″ 2012 und habe das MacBook Pro 15″ und das MacBoook Air 13″ 2011 inzwischen verkauft. Mit 8 GB RAM im Air sehe ich keinen Grund mehr, ein Pro haben zu wollen.

Das MacBook Air nutze ich, weil es klein und leicht ist. Und eben auch kleiner und leichter als die Retina MacBooks. Mit der hohen Auflösung von 1440 x 900 und dem leistungsfähigen Prozessor merke ich nur wenig Unterschiede zum MacBook Pro (Retina). Besonders interessant finde ich, dass man per WLAN im Air schneller als mit USB-Ethernet ist. Meine Bilanz der für mich wirklich wichtigen Dinge sieht so aus:

Pro MacBook Air

  • klein und leicht
  • vergleichsweise leistungsfähig
  • reduziert auf’s Wesentliche

Contra MacBook Air

  • Kein schwarzer Rahmen ums Display. Ja, das finde ich wichtig, da ein Bild auf dem MacBook Pro mit schwarzem Rahmen aussieht, als würde es aus dem Nichts kommen.
  • Im Vergleich zu den sehr guten Lautsprechern des MacBook Pros plärriger und blecherner Klang

Im Ergebnis kommt es einfach auf den Formfaktor an. Aber den fehlenden schwarzen Rahmen vermisse ich am meisten. Denn das Bild auf eben diesem liebe ich. Deswegen mag ich auch die iMacs und das Thunderbolt Display.