Warum, wenn man keine CDs oder DVDs mehr benutzt, sollte man sich noch ein MacBook Pro kaufen, wenn das MacBook Air mit Thunderbolt und Core i5 und i7 Prozessoren doch ausreichend Leistung bietet und sehr sexy ist? Ein paar interessante Dinge fehlen doch, wobei ich mich hier auf die weniger offensichtlichen beschränke und offensichtliche wie dedizierte Grafikkarte oder Bluetooth 4.0 einfach mal auslasse.

Ich hatte ja schon mal das MacBook Air 2010 als 13,3″ und 11,6″ mit dem MacBook Pro verglichen. Hier also der 2011er-Vergleich.

Unterschiede

Digitaler Audio-Anschluss

Der Audio-Anschluss ist nur analog, d.h. bei entsprechender Ausstattung mit einem Surround-Receiver kann man Filme nur in Stereo sehen. Erfahrungsgemäß ist der Sound qualitativ auch etwas schlechter, da der Receiver hochwertigere Komponenten zur Umwandlung des Sounds von digital nach analog als das Notebook hat.

Audio-Eingang

Es gibt keinen Audio-Eingang, wie sie die Pros haben. Zumindest bei USB-Mikros stellt das kein Problem dar, für alles Andere ist ein USB-Adapter nötig.

Gigabit-Ethernet

Ist zwar offensichtlich, aber diese wichtigen Infos findet so auch nicht bei Apple: Der USB-Ethernet-Adapter (30 € extra) ist sehr lahm. Im realen Test sind das bei mir 12 MB/s. Meine 802.11n WLAN-Verbindung schafft 16 MB/s download und 20 MB/s upload. Kabelgebundenes Gigabit-Ethernet schafft 75-80 MB/s im MacBook Pro. Und manche Menschen sind eben noch auf Kabel angewiesen, speziell in größeren Firmen, da WLANs aus Sicherheitsgründen oder wegen zu vielen Nutzern verpönt sind. Doof, aber Realität. Privat dürfte das aber keine große Rolle mehr spielen.

WLAN-Geschwindigkeit

Das MacBook Air hat “nur” einen 300 Mbit/s WLAN-Chip mit zwei Antennen eingebaut, während die Pros 450 Mbit/s mit Hilfe von drei Antennen erzielen können.

Kensington Lock

Ein Kensington-Lock ist ein Anschluss für ein Stahlkabel zum Sichern des Notebooks an zum Beispiel einen Tischrahmen. Praktisch, da man das Notebook auch mal unbeaufsichtigt in unkontrollierten Umgebungen stehen lassen kann.

Infrarot

Auch wenn es etwas anachronistisch erscheint: Es ist nützlich, wenn man eine Apple-Fernbedienung zum Fernsteuerung von Filmen oder Präsentationen nutzt. Das geht natürlich auch per iPhone, aber die Fernbedienung hat einen taktilen Vorteil: Man braucht nicht auf die Fernbedienung sehen, um sie sicher bedienen zu können und es werden keine “Tasten” unabsichtlich auf dem iPhone-Touchscreen berührt. Besonders bei Präsentationen unschön.

Lademöglichkeit des iPads am USB-Anschluss

Das iPad benötigt mehr Strom, als ein normaler USB-Anschluss regulär liefern kann. MacBook Pros mit Thunderbolt (2010/2011) können es trotzdem, da Apple dies mit einer Hardware-Erkennung speziell für’s iPad vorgesehen hat. Aber auch nur für dieses.

Auflösung FaceTime Webcam

Die Webcam hat nur eine VGA-Auflösung (640 x 480), während die Pro-Modelle hier mit 1280 x 720 auch FaceTime HD unterstützen.

Geschwindigkeit SD-Card Slot

Der SD-Card Slot des MacBook Airs ist per USB 2 mit dem Computer verbunden, während er bei neueren Macs laut Apple per PCIe angeschlossen ist. Letzterer ist um ein vielfaches schneller, während der USB-Anschluss eben nur seine 30-34 MB/s schafft. So werden manche schnellen SD-Karten ausgebremst.

Nur ein Thunderbolt-Display am MacBook Air

Nur Geräte mit dedizierter Grafik wie iMacs oder MacBook Pros 15″/17″ können zwei Thunderbolt Displays über den Thunderbolt-Anschluss ansprechen. Alle anderen nur eins.

Fazit

Ich besitze sowohl ein MacBook Air 13″ 2011 als auch ein MacBook Pro 15″ und finde beide Geräte ziemlich klasse. Das MacBook Air eben weil es klein und leicht ist. Mit der hohen Auflösung von 1440 x 900 und dem leistungsfähigen Prozessor merke ich nur wenig Unterschiede zum MacBook Pro. Besonders interessant finde ich, dass man per WLAN im Air schneller als mit USB-Ethernet ist. Meine Bilanz der für mich wirklich wichtigen Dinge sieht so aus:

Pro MacBook Air

  • klein und leicht
  • vergleichsweise leistungsfähig
  • reduziert auf’s Wesentliche

Contra MacBook Air

  • Kein schwarzer Rahmen ums Display. Ja, das finde ich wichtig, da ein Bild auf dem MacBook Pro mit schwarzem Rahmen aussieht, als würde es aus dem Nichts kommen.
  • Im Vergleich zu den sehr guten Lautsprechern des MacBook Pros plärriger und blecherner Klang
  • Nur 4 GB RAM. Selbst bei sehr wenigen Apps und einem Browser mit ein paar offenen Tabs hängt das Air kurzzeitig, da RAM auf die Festplatte ausgelagert wird. Das werden schnell mal 3-4 GB, die das Betriebssystem zusätzlich auf der SSD braucht, was zu häufigeren Verzögerungen führt.

Im Ergebnis kommt es einfach auf den Formfaktor an. Aber den fehlenden schwarzen Rahmen vermisse ich am meisten. Denn das Bild auf eben diesem liebe ich.